Piepenschmöker – Markteinführung

Closeup zweier Bierflaschen. Man sieht die Etiketten des Piepenschmöker Pils Leicht und Piepenschmöker Pale Ale.

Aufgabe: Entwickeln einer Markenkommunikation des Piepenschmöker

Eine Hausbrauerei in Trebur hatte letzten Oktober ein neues Bier produziert. Das Besondere an dem Bier: Alles wird aus einer Hand produziert: Vom eigenen Hopfenanbau, über dessen Verarbeitung, der eigenen Mälzung der Braugerste, bis hin zur Produktion des Biers. Doch was nützt das beste regionale Bier, wenn kein Mensch von dessen Existenz weiß.

Meine Tätigkeiten:

  • Entwicklung des Namens mit dazu gehörigem Logo und Claim.
  • Flaschendesign
  • Videoproduktion
  • Entwicklung einer Homepage und dessen Betreuung
  • Aufbau eines Instagram Kanals und dessen Betreuung
  • Verwendete Programme: After Effects, Premiere Pro, Audition, WordPress, gängige Programme der Adobe Suite

Die Entwicklung des Designs inklusive umfangreicher Marktforschung

Zuerst wird neben der Namens- und Logoentwicklung auch das Flaschendesign entworfen. Zunächst stehen insgesamt 16 Namen und Designs zur Auswahl.

Testrunde 1: Umfrage zu den Designentwürfen.

In einer ersten Marktanalyse werden drei Gruppen unterschiedlicher Zielgruppen nach den 16 Designs befragt. Den Probanden werden die Ideen vorgestellt und darauf am Bildschirm mittels elektronischer Bilddaten präsentiert. Mehrauswahl möglich.

  • Gruppe 1: Junge Menschen 18 bis 35 Jahre, im handwerklichen, akademischen und Dienstleistungssegment tätig. n = 5
  • Gruppe 2: Marketingexperten im Alter von 35 bis Ü60. Diese Gruppe ist in der Werbung tätig. n = 5
  • Gruppe 3: Passionierte Biertrinker im Alter von 25 bis Ü80. Handwerker, Dienstleister und Akademiker. n = 6

Ergebnis der Testrunde 1

Am Ende der Testrunde 1, an der ca. 9 Teilnehmer antworten, stechen die drei Designs bzw. Markennamen „Piepenschmöker“, „Hausbier dein Haustier“ und „N(auheimer) 16“ heraus.

Genauso viele Teilnehmer fragen sich aber auch, weswegen es noch keine Biermarke mit Namen „Hopfen&Malz“ auf dem Markt gäbe. Deswegen wird dieses Design mit in die Runde 2 aufgenommen.

Ansicht des Flaschenetiketten-Designs 1A: Illustration des Piepenschmöker schwarz auf weißem Etikett.
Mit den folgenden 16 Designs beginnt die erste Meinungsumfrage/Marktforschung: Hier der Piepenschmöker
Ansicht des Flaschenetiketten-Designs 1B: Illustration des Piepenschmöker schwarz/weiß auf braunem Etikett.
Der Piepenschmöker. Designalternative 1
Ansicht des Flaschenetiketten-Designs 1C: Illustration des Piepenschmöker gelb auf blauem Etikett.
Der Piepenschmöker. Designalternative 2
Ansicht des Flaschenetiketten-Designs 2: Hausbier Dein neues Haustier. Konterfei eines Hundes im Icon-Stil. Schwarz auf braunem Etikett.
Design- und Namensentwurf Nummer 2: Hausbier dein neues Haustier. Die Liebe zum Bier ist so groß, wie zum eigenen Haustier. Hier der Hund. Auf dem Rücketikett gibt es praktische Tipps zur Handhabung des Bieres in Bezug zum jeweiligen Haustier auf der Vorderseite.
Ansicht des Flaschenetiketten-Designs 2: Hausbier Dein neues Haustier. Konterfei einer Katze im Icon-Stil. Schwarz auf gelbem Etikett.
Design- und Namensentwurf Nummer 2: Hausbier dein neues Haustier. Hier die Katze.
Ansicht des Flaschenetiketten-Designs 2: Hausbier Dein neues Haustier. Konterfei eines Hasens im Icon-Stil. Schwarz auf cremefarbenem Etikett.
Design- und Namensentwurf Nummer 2: Hausbier dein neues Haustier. Hier der Hase.
Ansicht des Flaschenetiketten-Designs 2: Hausbier Dein neues Haustier. Konterfei eines Hamsters im Icon-Stil. Schwarz auf braunem Etikett.
Design- und Namensentwurf Nummer 2: Hausbier dein neues Haustier. Hier der Hamster.
Ansicht des Flaschenetiketten-Designs 2: Hausbier Dein neues Haustier. Konterfei eines Wellensittichs im Icon-Stil. Schwarz auf gelbem Etikett.
Design- und Namensentwurf Nummer 2: Hausbier dein neues Haustier. Hier die Wellensittich.
Ansicht des Flaschenetiketten-Designs 2: Hausbier Dein neues Haustier. Konterfei eines Fischs im Icon-Stil. Schwarz auf cremefarbenem Etikett.
Design- und Namensentwurf Nummer 2: Hausbier dein neues Haustier. Hier der Fisch.
Ansicht des Flaschenetiketten-Designs 3: Illustration der Hausbrauerei auf cremefarbenem Etikett. Hofbier so der Name des Bieres
Design- und Namensentwurf Nummer 3: Die Hausbrauerei illustriert. Da es sich hierbei um einen Dreiseiten-Hof aus dem 17. Jahrhundert handelt, wird das Bier „Hofbier“ getauft.
Ansicht des Flaschenetiketten-Designs 4A: N16 bzw. Nauheimer 16. Blaues N 16 auf cremefarbenem Etikett.
Design- und Namensentwurf Nummer 4: Die Hausbrauerei befindet sich in der Nauheimer Straße 16. Daher der Markenname N16. Am Ende kommt dieses Design nicht in die Endausscheidung, da der blaue Farbton suggeriert, dass es sich hierbei um ein alkoholfreies Bier handelt.
Ansicht des Flaschenetiketten-Designs 4B: N16 bzw. Nauheimer 16. Schwarzes N 16 auf weißem Etikett.
Designvorschlag 4B: Das Ganze schwarz auf weiß!
Ansicht des Flaschenetiketten-Designs 4c: N16 bzw. Nauheimer 16. Braunes N 16 auf gelbem Etikett.
Design- und Namensentwurf Nummer 4C: Alternative. Hier wird die Brücke zwischen dem Ort der Brauerei und einem chemischen Element gebaut. Ein neues Element in der Welt des Bieres.
Ansicht des Flaschenetiketten-Designs 5: Siegelbier.Rotes Siegel des Familienwappens auf cremefarbenem Etikett.
Nummer 5 der Designentwürfe: Das Familienwappen des Braueres wird als Stilmittel für die Etiketten eingesetzt.
Ansicht des Flaschenetiketten-Designs 6A: Hopfen und Malz. Grünes Etikett.
Designidee Nummer 6A: Seltsamerweise ist noch kein Mensch drauf gekommen, das Bier nach dessen Bestandteilen zu benennen. Design im Icon-Stil.
Ansicht des Flaschenetiketten-Designs 6B: Hopfen und Malz. Weißes Etikett.
Design- und Namensentwurf Nummer 6B: Am Ende der Marktforschung sind allerdings buchstäblich Hopfen und Malz verloren. Es setzt sich schließlich der Piepenschmöker durch.

Testrunde 2: Am Point of Sale

Mit den vier Designs aus Runde 1 teste ich im nächsten Schritt somit die Entwürfe direkt am Point of Sale. Dazu werden die Flaschendesigns bei mehreren Getränkehändlern in die Regale zwischen den herkömmlichen Biermarken aufgestellt.

Die Probanden kennen die Ideen nicht, die hinter den Namen und Designs stecken. In einem A/B Testing wissen die Teilnehmer der A-Gruppe nicht, dass sie Teil einer Studie sind. Die B-Gruppe wird aber in Kenntnis gesetzt und direkt befragt.

Zunächst überprüfe ich, ob die Testteilnehmer der A-Gruppe die Designs registrieren oder ungeachtet vorbei gehen. Diese Testrunde dauert über mehrere Tage und jeweils Stunden an. Hierbei kommt heraus, dass etwa 60 % der Teilnehmer neugierig an den Flaschen stehen bleiben. Auch hier werden die Teilnehmer nicht in Kenntnis gesetzt. Ich bleibe im Hintergrund stehen, beobachte und führe eine Strichliste.

Die B-Gruppe

Die B-Gruppe spreche ich direkt an und zeige ihnen die Flaschendesigns. Allerdings kennen sie die Ideen dahinter nicht. Sie werden schließlich gebeten, ihre Meinung zu den vier Designs zu geben.

Die A-Gruppe besteht etwa aus 60 Personen, die B-Gruppe aus ca. 20 Personen.

In der Testrunde 2 erhalte ich zudem von den Getränkehandel-Betreibern noch wertvolle Tipps, wie beispielsweise die Farbe Blau, die für alkoholfreie Biere stehen. Oder dass die Biersorte immer prominent auf dem Voderetikett stehen muss (Pale Ale, Weizen, Pils etc.) usw.

Die Flaschen-Designs am Point of Sale. Die Flaschen stehen in einem Regal mit anderen Bierflaschem, zum direkten Vergleich und als Vorlage für die zweite Testrunde meiner Meinungsforschung.
Platzierung der Flaschen am Point of Sale (Getränkehandel) anlässlich der zweiten Testrunde.
Statistik Piepenschmöker Flaschendesign. Am Ende der beiden Marktfoschungsrunden konnte eine repräsentante Zielgruppenanalyse erstellt werden.
Auswertung beider Meinungsumfragen, Tests und Marktforschung. Am Ende sticht der Piepenschmöker als neuer Markenname und Design heraus.

In der umfangreichen Marktanalyse entscheiden sich die Probanden am Ende mehrheitlich für den Namen Piepenschmöker.

Der Name Piepenschmöker ist Hamburger Platt (da der Hopfenbauer, Mälzer und Brauer aus Hamburg stammt) und steht für „Pfeifenraucher“. Pfeifenraucher deswegen, da der Betreiber der Hausbrauerei ein passionierter Pfeifenraucher ist und es zudem Parallelen zwischen dem Pfeiferauchen und der Bierbraukunst gibt. Für beides benötigt man viel Zeit, Geduld und einiges Geschick. Ein echter Piepenschmöker eben!

Das Video zum Piepenschmöker

Zum Markteinführungspaket gehört zum einen ein firmeneigenes Video.

Inhalt des Videos: Der gesamte Bierherstellungsprozess. Auf diese Weise werden die Haupt-Benefits der Marke Piepenschmöker visualisiert. Wie oben bereits erwähnt, stammen die nötigen Prozesse alle aus einer Hand. Zugleich bietet der Film aber auch einen Mehrwert, da man das Piepenschmöker Bier auch nachmälzen und -brauen kann. Zumindest das Pale Ale.

Die Homepage des Piepenschmöker

Die Homepage beinhaltet mitunter umfassende, weiterführende Informationen rund um die neue Marke. Wissenwertes zum Beispiel zu den Bierherstellungsprozessen, wechseln sich mit Informationen zu den Produkten, der Hinweise zum Direktvertrieb usw. ab.

Die Seite ist eine Mischung aus Information, Service und Direktvertrieb.

Weitere Informationen auf der Homepage des Biers.

Logo des Piepenschmökers. Man sieht eine stilistische Pfeife, den Schriftzug Piepenschmöke, den Claim: Nordisch herb. Unkonventionell. Nachhaltig. Dann ein illustriertes Portrait eines Pfeife rauchenden Mannes. Darunter dann der Zusatz: Die Bier-Manufaktur
Das Logo mit Claim. Dieses wird auf der Homepage als Key Visual eingesetzt.

Die Social Media Präsenz

Dazu wird zunächst für die Markenkommunikation und der Markteinführung des Produktes ein Account auf Instagram erstellt. Der erste Beitrag, ein Reel, veranschaulicht nochmals den besonderen Wert des Piepenschmökers. Dass eben alles aus einer Hand ist. Im weiteren Verlauf werden Posts zu den weiteren Werten des Biers – lokale Zutaten, der naturtrübe Charakter des Biers, die Spritzigkeit usw. – hervorgehoben. Außerdem werden besondere Anlässe genutzt, um das Bier stärker zu präsentieren. Wie zum Beispiel der Valentinstag, die bevorstehende Bundestagswahl etc.

Hier geht es zum Instagram Account des Biers.

Instagram-Post Piepenschmöker zur Markteinführung: Man sieht einen Sternenhimmel mit einer Flasche Piepenschmöker Pale Ale. Headline: Alleine?* Fußnote: Piepenschmöker Pale Ale. Für die alleinigen und geselligen Augenblicke.
Das Haupt-Benefit des Bieres und eventuell sogar Alleinstellungsmerkmal unter den Bieren: Alles stammt aus einer Hand!
Instagram-Post Piepenschmöker zur Markteinführung: Man sieht ein gefülltes Glas mit einer Flasche Piepenschmöker Pale Ale. Headline: Lokal.* Fußnote: Piepenschmöker Pale Ale. FürLokale und Zuhause.
Der Piepenschmöker besteht zu 80 % aus lokalen Zutaten.
Instagram-Post Piepenschmöker zur Markteinführung: Man sieht eine vernebelte Landschaft mit einer Flasche Piepenschmöker Pale Ale. Headline: Naturtrüb.* Fußnote: Piepenschmöker Pale Ale. Für trübe und sonnige Tage.
Eines der besonderen Eigenschaften des Piepenschmökers, der naturtrübe Charakter.
Instagram-Post Piepenschmöker zur Markteinführung: Man sieht ein gefülltes Bierglas mit Piepenschmöker Pale Ale. Im Bier sind sehr viele Kohelnsäureblasen zu sehen. Headline: Spritzig.* Fußnote: Piepenschmöker Pale Ale. Für spritzige und ruhige Momente.
Die Sorten des Piepenschmökers sind alle sehr spritzig, damit ideal als Erfrischung.
Instagram-Post Piepenschmöker zu Valentin: Man sieht ein Closeup eines Bierglases. Die Kohlensäure bildet eine Halskette. Headline: Unsere Perlenkette zu Valentin! Für sie oder ihn.
Das Motiv zum Valentinstag
Instagram-Post Piepenschmöker zur Bundestagswahl: Man sieht eine Flasche Piepenschmöker Pale Ale im Kühlschrank. Headline: Sicherlich heute die beste Wahl!
Das Motiv zum Tag der Bundestagswahl

Zwischenstand

Das Bier wird mit verschiedenen Tastings an unterschiedlichen Orten eingeführt. Die Resonanz auf das neue Produkt und dessen Erscheinungsbild ist folglich sehr groß.

Die Markenkommunikation soll mittel- bis längerfristig auf folgende Medien ausgeweitet werden:

  • UI Design für eine Piepenschmöker App (Inhalte gerade in der Abstimmung)
  • Events und Promo-Aktionen in Lokalen und Getränkemärkten. Zuerst im regionalen Raum Frankfurt, längerfristig überregional
  • Mailings zur Erhöhung der Reichweite
  • Newsletter und Emailings
Der Piepenschmöker mit einem gefüllten Glas des Pale Ales in einem Lokal.
Das Piepenschmöker Pale Ale während eines Tastings in Trebur – anlässlich der Markteinführung des neuen Produktes.

Ergebnis:

Die Marke kommt bis jetzt sehr gut an. Es gibt sogar den Ritterschlag: Bei zwei Tastings anlässlich der Markteinführung in Eckernförde und Trebur wird das Bier schließlich besser eingestuft, als die lokalen Hauptkonkurrenten Flensburger und Faust. Kurz gesagt, was für ein guter Start der Markteinführung!

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